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💊 Benzodiazepine

Source: Harm Reduction Victoria · DanceWize Victoria SSB

Überblick

Benzodiazepine sind Depressiva mit dämpfender Wirkung auf das zentrale Nervensystem, die häufig gegen Stress, Angst und Schlafprobleme verschrieben werden.

Benzodiazepine (ausgesprochen ben-zo-di-a-ze-PIE-ne), kurz „Benzos“, sind eine Gruppe von Substanzen mit dämpfender Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Ärztinnen und Ärzte verschreiben sie häufig als Medikament gegen Stress und Angst, als Hilfe bei Schlafproblemen oder zur Linderung der Entzugserscheinungen anderer Depressiva (Alkohol, Opioide). Ein „Depressivum“ zu sein bedeutet, dass die Substanz die Aktivität des zentralen Nervensystems verlangsamt und so Körper und Geist entspannter macht.

Benzodiazepine werden manchmal auch zum „Spaß“ oder zu Freizeitzwecken genommen. Manchmal werden sie eingesetzt, um die Wirkung bestimmter aufputschender oder psychedelischer Drogen abzuschwächen. Es gibt drei Arten von Benzos: lang, mittel und kurz wirkende.

Als Faustregel gilt: Kurz wirkende Benzos haben stärkere Entzugserscheinungen oder „Come-down“-Effekte und können abhängiger machen als lang wirkende. Benzodiazepine sind meist unter ihrem Markennamen bekannt, z. B.

Xanax® oder Valium®, manchmal aber auch unter ihrem chemischen Namen.

Safer Use

Konsumiere möglichst in einer angenehmen Umgebung und mit Menschen, denen du vertraust und die auf dich achten, falls du es übertreibst. Iss vorher nichts oder warte nach dem Essen mindestens 30 Minuten. Die Dosierung kann zwischen verschiedenen Benzos und zwischen verschiedenen Menschen stark schwanken.

Informiere dich selbst, welche Dosis für dich persönlich sicher sein könnte. Eine einzelne Tablette enthält in der Regel eine Dosis im wirksamen therapeutischen Bereich. Beim Einnehmen oder Schlucken: Befolge die Hinweise auf der Verpackung, falls vorhanden.

Wenn die Tablette nicht in der versiegelten Originalverpackung des Herstellers war, kann es etwas anderes sein. Beim Sniefen: Zerdrücke es zu feinem Pulver (Kristalle können kleine Schnitte verursachen). Ziehe vorher und nachher Wasser durch die Nase, um sie zu schützen.

Benutze deinen eigenen Strohhalm oder Löffel (und keine Geldscheine), um Infektionen oder die Übertragung von durch Blut übertragbaren Viren (HIV, Hepatitis C) zu vermeiden. Wiederholtes Sniefen kann deine Nase schädigen: Wechsle regelmäßig das Nasenloch und lege Pausen ein. Beim Shelving (trocken) oder Plugging (nass gemischt), also der rektalen Anwendung: Verwende Gleitmittel, damit die Haut nicht einreißt.

Benutze ein Kondom oder Latex- oder Vinylhandschuhe, um Kratzer zu vermeiden. Wasche deine Hände davor und danach gründlich. Verwende steriles Wasser, um pulverisierte Tabletten anzumischen.

Beim Spritzen: Verwende dein eigenes, neues und steriles Spritzbesteck (einschließlich Wasser). Wenn steriles Wasser nicht erhältlich ist, nimm gefiltertes oder abgekühltes, im Wasserkocher abgekochtes Wasser. Wasser aus Flaschen ist NICHT steril!

VERMEIDE es, irgendeine Ausrüstung zu teilen (Wasser, Löffel, Filter usw.), nicht nur Nadeln. Wasche deine Hände UND die Einstichstelle davor und danach gründlich mit Wasser und Seife oder einem frischen Alkoholtupfer. Wische den Bereich, in dem du die Lösung zubereitest, mit einem frischen Tupfer oder, falls vorhanden, mit warmem Seifenwasser ab.

Vermeide Venenschäden, indem du die Einstichstellen wechselst. Trinke ausreichend und wärme deinen Körper auf, damit die Venen besser sichtbar werden. Entsorge Spritzen und Ausrüstung verantwortungsvoll.

⚠ Nicht kombinieren mit

Opioide, Alkohol, Ketamin, GHB oder andere Depressiva mit dämpfender Wirkung auf das zentrale Nervensystem: Können eine Überdosis, Bewusstlosigkeit und Atembeschwerden verursachen, die zu Atemversagen und möglicherweise zum Tod führen. Stimulanzien (MDMA, Kokain usw.): Benzos überdecken die Wirkung von Stimulanzien teilweise. Auch wenn du die Wirkung weniger spürst, sind die Substanzen weiterhin in deinem Körper aktiv und können trotzdem Nebenwirkungen verursachen.

Psychedelika: können die Wirkung psychedelischer Substanzen abschwächen. Antipsychotika: können übermäßige Sedierung, vermehrte Speichelbildung und Ataxie (gestörte Körperbeherrschung) verursachen. Antihistaminika: möglicherweise übermäßige Sedierung.

Benzos zu nehmen kann besonders gefährlich sein, wenn du eines der folgenden Probleme hast oder dafür gefährdet bist: Leberprobleme, Schlafapnoe-Syndrom, schwere Atemprobleme, Myasthenie, Engwinkelglaukom.

🚨 Wenn etwas schiefgeht

Benzodiazepine werden bei Drogentests im Straßenverkehr nicht erfasst, befolge aber beim Autofahren immer die Anweisungen der Ärztin oder des Arztes, die oder der sie verschrieben hat. Jede Fahrerin und jeder Fahrer kann einem Verhaltenstest auf Beeinträchtigung am Straßenrand unterzogen werden. Bei langfristigem Konsum besteht das Risiko einer körperlichen Abhängigkeit.

Körperliche Toleranz kann sich bei Benzos schnell entwickeln und führt manchmal schon nach wenigen Tagen zu einer Abhängigkeit. Entzugserscheinungen nach Benzodiazepinen können extrem und sogar tödlich sein. Ein Entzug sollte idealerweise in einem Krankenhaus begleitet werden.

Wenn das nicht möglich ist, informiere dich bitte gründlich, bevor du jemals versuchst, „kalt“ aufzuhören (kalter Entzug). Wer Drogen und Zubehör bei sich trägt, geht ein höheres Risiko strafrechtlicher Anklagen ein. INFORMIERE DICH ÜBER DIE GESETZE IN DEINER REGION.

Wirkung

Euphorie Weniger Anspannung, Angst, Traurigkeit und Panik Entspannung Mehr Selbstvertrauen und Distanziertheit Gefühle der Isolation Geringere soziale Hemmungen Verminderte Konzentration Verwirrtheit Beeinträchtigtes oder verlangsamtes Denken und Reagieren Leichtsinniges Verhalten Unruhe, besonders in den Tagen nach der Einnahme Muskelentspannung Schläfrigkeit Verlangsamte Atmung und verlangsamter Herzschlag Gesunkene Körpertemperatur Verminderte motorische Fähigkeiten und mangelnde Koordination Mehr Tollpatschigkeit Verwaschene Sprache oder Stottern Mundtrockenheit Übelkeit und Erbrechen Kopfschmerzen Doppeltsehen oder verschwommenes Sehen Körperliche Abhängigkeit Tremor (Zittern) Schwindel Bewusstlosigkeit Verstopfung Hypotonie (niedriger Blutdruck) oder Hypertonie (hoher Blutdruck) Erstickungsgefahr durch Bewusstlosigkeit

Dosis und Dauer

Meist werden sie geschluckt, in manchen Fällen aber auch gesnieft, rektal angewendet (Shelving) oder gespritzt (intravenös oder intramuskulär). Übliche Dosen: Alprazolam (Xanax®) - 0.5-1mg täglich, Diazepam (Valium®) - 2-5mg, 2-3 Mal täglich, Temazepam (Temaze®) - 7.5mg-30mg täglich, Lorazepam (Ativan®) - 1-3mg, 2-3 Mal täglich. Viele Benzos haben eine unglaublich lange Halbwertszeit.

Auch wenn es sich so anfühlt, als ließe die Wirkung nach einigen Stunden nach, ist die Substanz noch bis zu 1-3 Tage nach der Einnahme in deinem Körper aktiv.

Drug Combinations Reference